redundante software freut die daus… - Höfliche Software steigert Zufriedenheit…
toll, eine super statistik.
dabei ist es doch bekannt, das es mehrere arten von nutzern gibt.
primär einzuteilen in “ungeübte” nutzer und “erfahrene” nutzer (plus
das was dazwischen liegt)
die ansprüche der “beiden” nutzergruppen an das interface sind
natürlich entgegen gesetzt. so möchte der unerfahrene nutzer
redundante meldungen (merkwürdig, dass microsoft das bei
fehlermeldungen konsequent ignoriert) und auch redundante abfragen.
der erfahrene nutzer legt mehr wert auf direkte und prägnante befehle
(jeglicher form) um schnell und direkt das auszulösen was er möchte.
der erfahrene nutzer weiss schon bevor er einen befehl auslöst, was
der befehl bewirkt und möchte nur minimale (status-)meldungen. der
unerfahrene nutzer benötigt etwas mehr informationen.
wenn man nun davon ausgeht, dass weniger als 20% der computerbenutzer
wirklich plan von dem “zauberkasten” haben, so ist es nicht
verwunderlich, dass ein hoher prozentsatz software bevorzugen, die
umschreifend und supernett ihre fehlermeldungen präsentiert.
schliesslich wird von dieser benutzergruppe auch der computer
bevorzugt “belebt”, will sagen: mit “humanen” attributen belegt, die
es nicht besitzt. computer sollten deterministische arbeitsknechte
sein.
es ist vollkommen legitim, wenn unerfahrene benutzer lange und
ausschweifende und dabei untechnische, umschreibende meldungen
offeriert bekommen. allerdings sollte ein erwachsenes betriebssystem
in der lage sein, beide benutzergruppen zu befriedigen.
schauen wir uns windows an:
da gibt es auf der einen seite die total daufreundliche oberfläche
(okay, macosX ist intuitiver, aber ich beschränke mich mal auf
gnu/linux vs. windows) - viele sachen sind unheimlich redundant,
nicht logisch, aber werden allgemein akzeptiert. auf der anderen
seite hat man die registry, die kein normaler mensch gescheit durch
gesunden menschenverstand (ohne von webseiten abzuschreiben)
konfiggen kann. keine (online-)hilfe zu den keys und nix.
fehlermeldungen mit nichtssagenden fehlercodes, etc.
dann gibt es kernbereiche die nur erfahrenen nutzern “vorbehalten”
sind. diese sind weit weniger redundant, logischer aufgebaut. weicht
man von den 5% der funktionalität ab, die die meisten nutzer nur
gebrauchen, ist man auf sich gestellt. man darf zwar klicken, die
steuerung ist aber trotzdem unintuitiv und stark von erfahrungen und
vorwissen abhängig.
leider ist es nur sehr mühsam (und nur in ansätzen) möglich, windows
ein interface abzuringen, welches ein minimum an redundanz bietet.
schauen wir uns gnu/linux an:
man kann frei wählen. entweder man benutzt die redundante und
“daufreundliche” (nicht abwertend gemeint!) oberfläche, zum beispiel
kde oder gnome mit gdesklets und allem schnickschnack, yast und
defaulteinstellungen, filebrowser und grafische tools oder aber man
nutzt direkte und un-intuitive, dafür (meistens *sic*) logisch
aufgebaute tools und befehle, mit denen man mit extrem wenig aufwand
viel bewegen kann.
ich sehe das so: man nehme einen laien, der sich zwar mit prinzipien
von computersystemen und betriebssystemen auskennt, jedoch nie vorher
mit windows und gnu/Linux in berührung kam. wenn man diesen nun an
windows setzt, so ist ihm vieles leicht erreichbar, alles was jedoch
einen deut vom “mainstream” abweicht umständlich und undurchdacht.
(beispiel: die registry oder [absichtlich?] versteckte features)
setzt man diesen dann vor gnu/linux ist ihm auch das meiste intuitiv
durch grafische tools zugänglich, er muss sich jedoch für
“spezialfälle” durch viel doku durcharbeiten und wahrscheinlich weit
mehr über die hintergründe des problems lernen als von ihm gewollt.
so nähern sich beide systeme von zwei seiten dem optimalen
durchschnitts-user-interface. windows von der dau-seite (ist ja
politik von windows: alles kann man voll easy einstellen - was aber
einfach nicht stimmt) und gnu/linux von der geek-seite (tja,
editieren von textbasierten configfiles und viel viel google.com).
fazit: “Höfliche Software steigert Zufriedenheit der Nutzer” mag so
stimmen, aber gemeint ist eigentlich “Höfliche Software steigert
Zufriedenheit der MEISTEN (durchschnitts-)Nutzer”
mfg
moersfan