Re: Frei Software vs. Geld verdienen - Spendenaufruf für Freie Software
softwarersten,
> Beide Welten müssen existieren, weil es für beide Welten eine
> Daseinsberechtigung aus der Logik und aus der Notwendigkeit heraus
> gibt.
Darin sind wir uns einig. Leider stehen wir damit eher isoliert: Wie
auch das rotgeflaggte Forum hier zeigt, sind die “alles frei”-Fans in
der erschlagenden Mehrheit.
> Teil der Gesamtkosten ) und zum anderen die Softwareindustrie mit
> Macht versucht, auch vom letzten, kleinen Privatuser 3stellige
> Eurobeträge zu kassieren, wenn er die Software nutzt. Und damit er es
> tut werden alle Schnittstellen und Datenformate geheim gehalten.
… auf dem Apple kosten auch triviale Programme Geld - und es gibt
nur sehr sehr wenig “völlig freie” Software (proportional mit dem PC
verglichen). Gilt all dies nicht für den Mac?
Das ist natürlich rhethorisch gemeint: Die Ideologie gilt
grundsätzlich für jede Plattform. Wenn ich mir - von den berühmten
Ausnahmen, derer es VERDAMMT wenige gibt - aber “Freie Software”
ansehe, bin ich von der Qualität viel zu oft zu Tränen gerührt. Und
das sind keine Begeisterungstränen.
Mittlerweile suche ich, wenn ich ein Problem lösen will, instintkiv
nach NICHT freier Software, weil ich (verdammt nochmal!) vom
Hersteller eine Verantwortungsübernahme dafür erwarte, daß sein
Produkt auch wie versprochen funktioniert.
Das rutscht jetzt in eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von
freier Software ab, daher unterbreche ich mit dem Statement: Ich bin
FÜR freie Software - nur nicht als Gesetz oder als einzige
Möglichkeit. Genau wie Du es oben auch formulierst. Und eben im
Gegensatz zu den Fundamentalisten.
> Irgendwann bekommt man die Hardware zum Softwarepaket dazugeschenkt -
> bei Profiscannern zur OCR war es fast schonmal so weit: Scanner für
> 800 DM, bei Softwarekosten von 12.000 DM…
Im Mobilfunk gibt es das schon länger - und teilweise geht das
Konzept auf. Was wäre daran auch schlim? Ich gebe gerne für eine
perfekte Hardware/Software-Lösung einen Betrag “x” aus, wenn das
Ergebnis stimmt. Dann ist es mir EGAL, ob es sich um “freie Software”
handelt oder um “böse böse böse Software”.
Was also ist der Ansatz der FSF? Daß “alles” kostenlos sein sollte -
oder “frei”? Daß Software nur noch “nebenbei, als Hobby” entwickelt
werden soll (weil ALLE Firmen mit dem Support verdienen wollen)?
> Ragtime kostet für privat nichts, für Firmen schon.
>
> Hallo, M$ ! Wie wäre es denn mal mit so einem Ansatz?
M$ hat diesen “Ansatz” lange Zeit verfolgt - zwar nicht “offiziell”
aber de facto. Glaubst Du, Windows wäre heute Marktführer, wenn M$
von Anfang an hart gegen (private!) Raubkopien vorgegangen wäre?
Oder es heute täte?
Marc Albrecht