Keine Zeit für bessere Software… - Neue iX-Studie zum Software-Entwicklungs…

Na ja, Tools hin oder her, sie sind zwar durchaus oft nützlich,
gaukeln aber allzu oft die Sicherheit vor, sie seien der
entscheidende Faktor, der es schon richten wird.
Wichtiger als alle Tools sind die Erfahrungen versierter Entwickler,
die als Key Player schon mal in diversen erfolgreichen Projekten die
tragenden Säulen der Systeme hochgezogen haben.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Zeit und das Vermögen, zur
Verfügung stehende Resourcen sinnvoll und mit gewissen Reserven (!)
einzuplanen.
Nicht zuletzt ist auch ein tiefes Verständnis von Kosten und Nutzen
der jeweiligen Teilfunktionalitäten von Wert - etwas, das mit dem
Auftraggeber/Kunden gemeinsam möglichst früh entwickelt werden muß.
Nach entsprechender Priorisierung sollte man einen Fahrplan
entwickeln, der es erlaubt, weniger wichtige Teile zunächst wegfallen
zu lassen, wenn es wider Erwarten doch einmal eng wird.
Auf keinen Fall darf bei komplexeren Projekten auf eine durchdachte
Architektur verzichtet werden. Ein schnell zusammegestoppelter
Prototyp mag zwar Leute beeindrucken, weckt aber allzuoft falsche
Hoffnungen, da dessen Schwächen unterschätzt werden. Fatal ist es
gar, wenn derartige Prototypen aus lauter Enthusiasmus als Unterbau
für größere Systeme zweckentfremdet werden. Dann heißt es: Exception
Handling Ade.
Und da wäre ich bei meinem zweiten wichtigen Punkt: Der sauberen
Behandlung von Ausnahmesituationen. Natürlich sollte er von Anfang an
eine wichtige Rolle in der Architektur spielen. An dieser Stelle ist
aber auch in besonderem Maße der Auftraggeber/Kunde bzw. Endanwender
gefragt. Dies muß möglichst früh schon ein Thema sein, für das das
Projektmanagement eine gewisse Sensibilität entwickeln sollte (ja,
tut’s meist nicht, aber anyway, wichtig ist es eben doch). Die
Ausnahmen und möglichen Fehlersituationen sollten Bestandteil von Use
Cases sein.
Warum haben die Leute in den Projekten nur so wenig Zeit, über
mögliche Fehler und deren sauberer Behandlung nachzudenken?
Wenn diese Zeit fehlt, hat man eigentlich schon ein Problem.
Oftmals fehlt sie aber allein schon für eine durchdachte Architektur
- durchdacht ist sie vor allem dann, wenn sie Raum für Flexibilität,
d.h. leichte Anpassungen bietet.
Aber dazu müßte man ja erst mal Nachdenken, ohne daß augenscheinlich
etwas geschieht. Loslegen heißt hingegen die Devise, in der blinder
Aktionismus Projekte im Keim erstickt.
Bisher waren alle unsere Projekte erfolgreich, alle. Aber wenn ich
schon sehe, daß die Leute von der Uni heutztage kaum noch lesen und
schreiben können, dann wundert mich wirklich nichts mehr.
Manchen Leuten helfen die Tools gerade so viel wie einem Schimpansen.
Gruß
dog
Hatte ich eigentlich schon Design Patterns erwähnt? :)

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