Archive for July, 2008

Re: Lebensdauer von Software - SAP will keine grundlegend neue Software

Tuesday, July 15th, 2008

softwareürfte das Hauptproblem darin liegen, daß die Risiken hier kaum
> kalkulierbar sind.
Deshalb sprach ich ja von “Mut der Manager”.
> Stell Dir mal vor, eine große Firma versucht
> tatsächlich, ihre uralten Systeme komplett neu aufzusetzen …
> und das geht dann schief …
Dann läßt man halt ne Zeit lang beides parallel laufen. Da hat man
dann sogar Redundanz auch auf dem Software-Sektor ;-P
> Wenn so eine Firma ein Projekt aufsetzt, um solche System neu
> zu entwickeln … alles darauf vorbereitet, am Tag X die alte
> Lösung abzuschalten … und dann funktionierts nicht?
Bei so was macht man halt keinen zeitprogrammierten “Hauptschalter”
ala “altes aus, neues ein” am Tag X.
> könnte so ein Zusammenbruch
> ganz schnell die ganze Firma mit in den Abgrund ziehen.
Ein Zusammenbruch der IT *könnte* nicht nur, sondern *wird* sehr
wahrscheinlich das Aus für z.B. ne Bank sein.
> Vielleicht sollte man das eher so sehen: die gewachsene IT
> in einem großen Unternehmen entspricht in etwa dem Gehirn
> eines Menschen.
Unsinn. Unternehmen haben kein Hirn ;-).
Im Gegensatz zum Hirnaustausch bei Menschen gibt es bei Unternehmen
durchaus etliche erfolgreiche Projekte mit (letztlich) komplettem
Softwareaustausch.
Genau derartige Argumentation kenne ich aber und ist der Grund für
den stillstand.

Re: Lebensdauer von Software - SAP will keine grundlegend neue Software

Tuesday, July 15th, 2008

> Wieso sollte was Neues denn da besser sein? Du schreibst doch auch
> deine Beiträge in solch antiquierten Formaten wie ASCII.
Ja, leider! Gutes Beispiel. Schon bei alltäglichen Dingen wie
Zitieren und beim Zeilenumbrüchen ist das suboptimal, ganz zu
schweigen von Auflistungen u.ä.. Egern würde ich z.B. die semantische
Untermenge von HTML (qlockquote, li etc.) benutzen, idealerweise
mittels eingebettetem HTML-Editor wie Mozilla und MSIE ihn bieten.
> Kodieren gibt es sicherlich effektivere Werkzeuge, aber ob die
> Anwendungen dann noch so stabil laufen, wenn da in C oder JAVA
> gekodet wird? Als Unternehmen würde ich darauf setzen, dass 10.000
> Zeilen 10 Jahre alter COBOL-Code weniger Kosten verursachen als das
> gleiche Programm in 2.000 Zeilen C .
Im allg. wird Java, nicht C , für derartige Unternehmenssoftware
benutzt (genau wegen der Stabilität und Programmiereffizienz), und
ich würde auf die 1000-2000 Zeilen Java Code setzen, schon allein,
weil 1000 gut geschriebene Zeilen einfacher zu verifizieren sind als
10000 Zeilen 30-Jahre-Flickwerk.

Re: Lebensdauer von Software - SAP will keine grundlegend neue Software

Sunday, July 13th, 2008

> Die Datenstrukturen der Kernanwendungen sind nicht 10 sondern 20
> Jahre alt, relational ist nur das Datenhaltungssystem, ABAP erinnert
> mich sehr an COBOL, also von der Struktur her 30 Jahre.
>
> Ein R4 ohne die Altlasten von R2 und R3 tut bitter not.
>
Wieso sollte was Neues denn da besser sein? Du schreibst doch auch
deine Beiträge in solch antiquierten Formaten wie ASCII. Und beim
Kodieren gibt es sicherlich effektivere Werkzeuge, aber ob die
Anwendungen dann noch so stabil laufen, wenn da in C oder JAVA
gekodet wird? Als Unternehmen würde ich darauf setzen, dass 10.000
Zeilen 10 Jahre alter COBOL-Code weniger Kosten verursachen als das
gleiche Programm in 2.000 Zeilen C .
In meinen jungen Jahren habe ich COBOL gehasst. Als ich später statt
Neuentwicklungen im Softwarehaus mal die Maintenance für ein
individuell programmiertes Altsystem machte, war ich froh, dass meine
Kollegen nur COBOL zur Verfügung hatten. Sonst hätte ich mehr
CPU-Zeit fürs Debuggen als für die Anwendung verbraten.
Ciao, Allesquatsch

Re: Lebensdauer von Software - SAP will keine grundlegend neue Software

Thursday, July 10th, 2008

>
> > Das ausgegebene Geld von gestern interessiert in den
> > Kapitalgesellschaften zum Glück niemand mehr. Dass ist eher ein
> > Mentalitätsproblem. Nur weil ich mal 10 Mio. investiert habe, brauche
> > ich doch keine Host-Lösung weiterzubetreiben, wenn’s mit dem PC
> > zukünftig billiger ginge.
>
> Vorsicht. Wenn Du in den letzten Jahren 100 Mio. Euro für Deine
> IT ausgegeben hast; und Dich eine komplette Neuentwicklung nochmal
> 30 Millionen kosten würde - dann muß das neue System verdammt
> viel billiger sein als Deine aktuelle Lösung.
Im Gegensatz zur gefühlten Wirtschaftlichkeit wirken sich die
getätigten Kosten nicht mehr groß aus. Wenn die bestehende
IT-Landschaft laufende Kosten produziert, die um etwa 20 Mio p. a.
höher sind, als das, was du aktuell erreichst, ist nach ca.
eineinhalb Jahren Break-even.
Tatsächlich sind es oft aber die weichen Gründe, dass so etwas die
alten Entscheidungsträger beschädigt oder die Bilanzen (kurzfriste
Mehrausgabe durch vorgezogene Abschreibung und Invest) stört, was den
Beritt toter Pferde so attraktiv macht.
Der Betrieb von bereits bezahlter Hardware ist schließlich fast zu
jeder Zeit günstiger. Kenne gerade eine R/2->R/3 Migration, die heute
produktiv geht und natürlich im Hardwarebetrieb viel mehr kostet,
weil das alte Blech auf Null abgeschrieben war.
Aber das Unternehmen will halt Gewinne machen und nicht nur IT-Kosten
reduzieren.
Ciao, Allesquatsch

Re: Lebensdauer von Software - SAP will keine grundlegend neue Software

Wednesday, July 9th, 2008

softwareann man internet-tv-the-around-world-on-pc-online-with-tv-player-300900-plus-patch.htm”>jetzt sehen wie man will: man kann die Manager
> als feige bezeichnen; man kann es aber auch so sehen, daß sie
> mutig genug sind daran zu denken, daß man Geld nicht einfach
> deswegen ausgeben sollte weil die Entwickler lieber ein
> modernes, besseres System hätten.
Sehe ich ähnlich. Wenn auch mit den monolithischen Systemen die
Gefahr dramatisch angestiegen ist, dass man in eine Sackgasse fährt.
Die alten COBOL-Festungen waren bereits auf Grund der
Programmstrukturen zwar nicht unbedingt modular, aber wenigstens
transparent aufgebaut. Ein JCL oder ein CLIST hat dann in Hunderten
von Einzelprogrammen die Daten verarbeitet.
Dummerweise hat man dann nicht die Komplexität sondern die
Schnittstellen als Problem identifiziert und gemeint, dass die
Anschaffung eines Systems aus einer Hand alle Probleme beseitigt.
Jetzt müssen die Firmen beten, dass die Pflege durch den
Software-Lieferanten gut und die Modifikationen gering sind, um nicht
mit einem Moloch da zu stehen, dessen interne und
selbstprogrammierten Zugriffe auf die Datenbank dokumentiert sind.
Anders als beim Eimerkettenprinzip klassischer
COBOL-Batch-Architektur haben die nämlich keine Chance, einzelne
Programme isoliert auszutauschen.
> Ich sehe es eher so: die Realität ist, daß ungeheure Investitionen
> getätigt wurden; diese Unsummen verbieten schlichtweg Lösungen,
> die wieder bei 0 anfangen wollen.
Das ausgegebene Geld von gestern interessiert in den
Kapitalgesellschaften zum Glück niemand mehr. Dass ist eher ein
Mentalitätsproblem. Nur weil ich mal 10 Mio. investiert habe, brauche
ich doch keine Host-Lösung weiterzubetreiben, wenn’s mit dem PC
zukünftig
billiger ginge.
> Jeder Techniker und Ingenieur
> streubt sich natürlich gegen diese Erkenntnis (selber entwickeln
> macht halt mehr Spaß als alten Mist zu warten) … aber
>
es geht halt nun mal nicht anders.
Der Wunsch, einfach noch mal von vorn anzufangen gehört zum
Programmierer:
post coitum omne animal triste est
Ciao, Allesquatsch

Re: Lebensdauer von Software - SAP will keine grundlegend neue Software

Tuesday, July 8th, 2008

softwareers gesagt: in diesen Bereichen haben die “Anwender” oft
> > viele viele Millionen (vermutlich sogar Milliarden) in ihre
> > Software investiert.
>
> Milliarden (für ne Großbank) kommt schon hin.
>
> > niemand hat das Geld,
> > um hier komplette Neuanfänge wagen zu können.
>
> Es leigt nicht nur am Geld, sondern auch am Mut der Manager und an
> der Kompetenz der Entwickler.
Das kann man jetzt sehen wie man will: man kann die Manager
als feige bezeichnen; man kann es aber auch so sehen, daß sie
mutig genug sind daran zu denken, daß man Geld nicht einfach
deswegen ausgeben sollte weil die Entwickler lieber ein
modernes, besseres System hätten.
Ich sehe es eher so: die Realität ist, daß ungeheure Investitionen
getätigt wurden; diese Unsummen verbieten schlichtweg Lösungen,
die wieder bei 0 anfangen wollen. Jeder Techniker und Ingenieur
streubt sich natürlich gegen diese Erkenntnis (selber entwickeln
macht halt mehr Spaß als alten Mist zu warten) … aber
es geht halt nun mal nicht anders.

Re: Lebensdauer von Software - SAP will keine grundlegend neue Software

Monday, July 7th, 2008

ance-optimierter-verwaltung-und-hbci-online-bankabgleich-2″>softwareo ist in deinem SAP-System heute noch Code von vor 10 Jahren????
>
> Vor einem halben Jahr wurde ich das erste Mal mit R3 konfrontiert,
> ich bin zum Glück nur für Schnittstellen zuständig.
>
> Die Datenstrukturen der Kernanwendungen sind nicht 10 sondern 20
> Jahre alt, relational ist nur das Datenhaltungssystem, ABAP erinnert
> mich sehr an COBOL, also von der Struktur her 30 Jahre.
>
> Ein R4 ohne die Altlasten von R2 und R3 tut bitter not.
>

Re: Lebensdauer von Software - SAP will keine grundlegend neue Software

Monday, July 7th, 2008

softwarelaube, man muß an dieser Stelle schon zwischen “einfacher”
> Software und solchen komplexen Unternehmenslösungen unterscheiden.
Wieso? Alte Unternehmenssoftware ist genauso haarsträubend wie alte
Anwndersoftware.
> So manche Bank und Versicherung wird heute vermutlich immer noch
> die gleichen Cobol-Anwendungen fürs Kerngeschäft am Laufen haben,
> die in 60,70er Jahren entstanden sind.
Die meisten sogar, ja.
> Anders gesagt: in diesen Bereichen haben die “Anwender” oft
> viele viele Millionen (vermutlich sogar Milliarden) in ihre
> Software investiert.
Milliarden (für ne Großbank) kommt schon hin.
>
niemand hat das Geld,
> um hier komplette Neuanfänge wagen zu können.
Es leigt nicht nur am Geld, sondern auch am Mut der Manager und an
der Kompetenz der Entwickler.
> Mit SAP dürfte es das gleiche Sein.
Bei SAP wird das Problem sein, daß auf R3 *aufbauend* Millionen
(Millarden?) von den Kunden investiert wurde in Anpassungen. Die
wollen das auch nicht einfach neuschreiben.

Re: Die verantwortlichen der Software AG sind das Letzte! - Mit Entlassungen will die Software AG Ge…

Sunday, July 6th, 2008

href=”http://sccm.saxos.ch/2008/07/automation-lohnt-sich/”>softwareitarbeiter zu hauf zu entlassen nur damit die Bilanz stimmt
> obwohl das nicht nötig wäre ist eine Sauerei.
> Das ist Brutalkapitalismus made in USA.
ACK, DE bewegt sich arbeitstechnisch rasant
in Richtung USA… leider
> Ich bin kein Komunist oder Linker, aber Leute zwecks
> Gewinnmaximierung rauszuwerfen ist etwas das mich rasend macht.
Mich auch. Und ich finde es echt bedenklich, dass man sich immer
von Kommunisten und Linken abgrenzen muss, wenn man keine
radikal brutalkapitalistische Sicht auf alle Dinge hat.
> Jeder würde es verstehen, wenn es dem Unternehmen so schlecht gehen
> würde, dass es keinen anderen Ausweg mehr gibt als Leute zu
> entlassen, aber das ist ja hier bekanntermaßen nicht der Fall.
Sicher werden dir jetzt einige erzählen wollen, dass man ja
dank Globalisierung gar nicht anders kann als so zu handeln und
solchen Managern eine vorausschauende Handlungsweise attestiert.
Bei sowas könnte ich echt einen dicken Hals kriegen :-( > Die verantwortlichen Maneger sollten mir besser nicht im dunkeln
> begegnen …
Keine Sorge, die werden dir sicher nicht begegnen. Solche Leute
pflegen keinen Kontakt mit dem - aus ihrer Sicht - gemeinen Pöbel ;-)

Re: Die verantwortlichen der Software AG sind das Letzte! - Mit Entlassungen will die Software AG Ge…

Friday, July 4th, 2008

softwareitarbeiter zu hauf zu entlassen nur damit die Bilanz stimmt
> obwohl das nicht nötig wäre ist eine Sauerei.
> Das ist Brutalkapitalismus made in USA.
>
Bitte nicht für alles die USA verantworlich machen.
Allerdings spricht viel dafür, dass hier das Management nach dem
Prinzip “hit and run” handelt.
Bei einem so drastischen Stellenabbau würde ich als Kampitaleigner
schon einmal hinterfragen, weshalb eine so große Zahl von
“unproduktiven” Beschäftigten überhaupt aufgebaut werden konnte.
Irgendetwas kann da jetzt oder zuvor etwas nicht stimmen.
Ich kenne diese Sorte von “Sanierern” sehr gut. Kosten senken um
jeden Preis. Für die Firma wichtige Mitarbeiter werden entlassen und
notwendige Investitionen aufgeschoben .. solange, bis die fette
Erfolgsprämien kassiert ist. Und dann nur schnell weg zur nächsten
Firma. Der Nachfolger kann es dann ausbaden …
Schade, dass es heute so wenige Mangager gibt, die zugleich
persönlich haftende Gesellschafter sind und einen unbefristeten
Anstellungsvertrag auf Lebenszeit haben.