Re: Freie Software und Opensource - Konferenz zur Ökonomie freier Software

softwaree keine Firmengeheimnisse drinstecken wäre es wohl
> eine mögliche Konzeption. Aber es stellt sich in einer
> Firma immer die Frage nach einer “Wertschaffung” - in
> welcher Weise kann die Firma die geleistete Arbeit (
> in dem Fall das Coden) “in die Bücher” bringen ?
Das Problem sehe ich nicht. Genau zwei Personen(Gruppen) haben den
Sourcecode und die Binaries: der Entwickler und der Kunde. Die beim
Entwickler verbliebenen Rechte stören den Kunden nicht (sonst könnte
niemand eine Windows, Oracle oder SAP in die Buchhaltung aufnehmen)
und was der Kunde mit seiner Lizenz anstellt, ist eine interne
Angelegenheit.
> Während des IT-Booms ist immer der Controller rumgelaufen
> und hat die “Möglichkeiten” der Software erfasst und
> in (zugegeberermassen virtuelle) Werte gewandelt.
Üblicherweise wird man die Anschaffungskosten auf sagen wir 5 Jahre
abschreiben wie sonst auch. (Falls es laut Steuergesetz eine andere
Abschreibedauer sein soll, bitte nicht schlagen).
> Bei Lizenzsoftware kann ich einen “virtuellen Wert”
> eintragen, der z.B. bei Insolvenz aufgebracht werden
> müsste, um die Software aus der Masse zu erwerben.
> Wenn es GPLd Sofware ist, müsste ich als Käufer jederzeit
> damit rechnen, das der Chef (aus Frust oder sonstigen
> Gründen) eine CD gezogen hat und nachdem ich xx EUR
> gelassen habe, diese noch legal auf Sourceforge legt.
Die juristische Person “Firma” ist meiner Meinung nach nicht
verpflichtet,
der natürlichen Person “Chef” eine Kopie zu überlassen; falls sich
dieser hinterrücks eine zieht, ist es meiner Meinung nach nicht so,
dass er sie legal erworben hat und daher in den Genuss der GPL-Rechte
kommt.
Der Knackpunkt der Konstruktion besteht natürlich in der Frage, ob
jemand, der “irgendwie” an die Sourcen kommt, damit schon automatisch
die Rechte laut GPL erwirbt oder nicht. Ich denke aber, dass es nicht
so ist. Ist aber ein interessantes juristisches Problem… Wenn wir
mal unterstellen, dass es nicht so ist, dann ist das Problem nicht
größer als bei jeder anderen Software, die im Source erhältlich ist -
ein Bösewicht könnte auch den “Shared Source” von MS Windows auf
Sourceforge veröffentlichen, nachdem er die Copyright-Vermerke
geändert hat.
Gruss
Ötzi

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.