Re: Preise von Software - Haftstrafen für Software-Piraten
softwarenem Teil trägt auch das Raubkopieren zum Preis bei, aber der
> Löwenanteil begründet sich auf die quasi Monopolstellung von
> Microsoft. Das ist zwar für den Verbraucher schade, aber man kann es
> nicht Microsoft anlasten. Jedes Monopol neigt dazu, sein Marktmacht
> im Sinne der Gewinnmaximierung auszunutzen.
Komisch, ich dachte immer, dass Microsoft die Preise für
Microsoft-Software festlegt.
> Dies war schon immerso, auch Rockefeller hatte seinen Reichtum seiner
> Monopolstellung zuverdanken. Nur ein gesunder Markt kann das
> verhindern.
… hätte das verhindern können. Die Tatsache, dass etwas schon immer
so war macht es nicht besser.
Es sind schon immer Menschen ermordet worden. Welchen Schluss kann
man aus dieser Tatsache ziehen?
> Auch der BSA kreide ich ihr Verhalten diesbezüglich als Lobby der
> “Big Softwarefirmen”, insbesondere von Microsoft, nicht an, es ist
> ihre Aufgabe! Trotzdem bleibt es in der Sache falsch, zu behaupten
> oder den Eindruck zu erwecken, nur die Raubkopierer seien schuld an
> den hohen Softwarepreisen.
Der BSA als Organisation kann man sowieso nichts ankreiden. Es sind
die Mitarbeiter, die gezielt daran arbeiten, Monopole aufzubauen bzw.
zu erhalten - zum Nachteil der meisten Menschen.
> Nochmals ganz deutlich: Nicht Microsoft ist Schuld, jeder Monopolist
> agiert so!
Und die Aufgabe der Verbraucher ist es, Monopole so schnell wie
möglich zu beseitigen. So hart das für die jeweilige Firma auch sein
mag.
Nun denn…
P.S.: Ich habe vor einigen Jahren mal genauso gedacht wie du. Was
kann Microsoft dafür? Es ist ihre Pflicht, den Gewinn zu maximieren.
Wenn Gewinn maximieren bedeutet, massiv Lobbying zu betreiben und
auch Einfluss auf die Politik zu nehmen ist das doch O.K.! Wenn
dieser Einfluss dann verwendet wird um missliebige Politiker/Richter
(siehe Jackson) zu entfernen um das Monopol nicht zu gefährden, dann
ist das doch auch O.K.! Oder nicht?
Die Frage ist, wie weit ein Monopolist gehen darf. Ist es O.K. die
Bürgerrechte aufzuweichen, damit die Musikindustrie mehr Gewinn
machen kann? Darf eine Firma z.B. alle Medien eines Staates
kontrollieren wenn sie die wirtschaftliche Macht dazu hat und
Politiker weitgehend machtlos dastehen, da sie damit rechnen müssen,
im Zweifelsfall durch eine (notfalls fingierte) Affäre abgesägt zu
werden? Darf diese Firma dann die Medien dazu benutzen um die
Menschen beliebig zu beeinflussen?
Man sollte nicht alles machen, was man machen kann und vermutlich
straffrei damit durchkommt. Auch wenn ich einer alten Frau in einer
nicht überwachten Unterführung problemlos und sehr wahrscheinlich
ungestraft die Handtasche klauen könnte mache ich es nicht.
Eigendlich blöd, denn das Streben nach Gewinn legt doch nahe,
zuzugreifen?
Klar - das wäre eine Straftat. Sind Monopole und Korruption legal?
Warum sollte ich an das Verhalten einer Firma einen anderen Maßstab
legen als an mich selbst?
Die Gesellschaft funktioniert so (auf Dauer) nicht.