Software vs Patentidee ->Forschung - Informatiker fordern bessere Software-Fo…
softwaredidee der Patentierung ist ja eigentlich nicht schlecht, denn
durch eine Patentierung (im Gegensatz zur Geheimhaltung von
Konstruktionsverfahren) wird a) die Erfindung öffentlich und b) nach 20
Jahren frei verfügbar. Ziel dieses Verfahrens war es, dem Erfinder
einer bestimmten Technik einen Vorsprung zu geben, in dem er mit der
wirtschaftlichen Verwertung seines Verfahrens Geld verdienen konnte,
und anschließend eine öffentliche Verbreitung des Verfahrens zu
sichern. Immer schon war die Einrichtung sogennater Sperrpatente
umstritten, also Patente, die nur dazu dienen, *keine*
Technikentwicklung zuzulassen (so halten Automobilhersteller eine Reihe
von Patenten für Motoren mit alternativen Verbrennungsstoffen, damit
*keiner* sowas bauen kann)
Was seit Einführung des Patentrechtes (1877 !) nicht richtig angepasst
wurde, ist die Frist bis zur öffentlichen Freigabe. Nach 20 Jahren ist
eine Technik in der Softwareindustrie so wertlos, wie das Papier auf
dem sie gedruckt wurde (mit wenige Ausnahmen). Damit wird der Gedanke,
die allgemeine technische Entwicklung zu fördern genauso karikiert, wie
mit den Sperrpatenten.
Eine sinnvolle Anpassung des Patentrechts auf das gesteigerte Tempo der
technische Entwicklung wäre m.E. sinnvoll. Darüberhinaus sollte eine
Patentierung sicherstellen, daß eine Nutzung dieses Patentes
stattfinden kann, also entweder muß der Patentinhaber eine technische
Nutzung innerhalb einiger Zeit nach der Patentierung selbst nachweisen,
oder er wird gezwungen, eine Lizensierung durch andere Unternehmen
zuzulassen.
Darüber hinaus ist es Aufgabe der Patentämter, ihre Kompetenzen im
Bereich der Software dahingehend zu erweitern, daß eine Erteilung von
Trivialpatenten verhindert werden kann. Und die Kriterien, was ein
Trivilapatent ist, zu entwickeln, muß Aufgabe der Forschung sein. (und
damit schließt sich der Kreis)
rund und zufrieden : jh