Hilflosigkeit der Software-Hersteller - BSA fahndet nach bayerischen Software-Pi…
Ich finde das Vorgehen der BSA auch sehr hart, habe aber ein gewisses
Verständnis. Ich arbeite als Key Account Manager für ein Systemhaus,
das u.a. auch Softwarelizenzen vertreibt.
Mir ist von vielen Kunden bekannt, dass dort deutlich weniger
Lizenzen bezogen wurden, als tatsächlich eingesetzt werden. Häufig
lässt sich dies durch Umwissenheit (die übrigends nicht vor Strafe
schützt) entschuldigen.
Zusätzlich sind die Lizenzbestimmungen der Softwarehersteller kaum
noch verständlich, zum großen Teil sogar nicht rechtswirksam.
Ich setze daher darauf, meine Kunden umfassend über Ihre
Lizenzsituation zu informieren und versuche in einfachen Worten
darzustellen, wann eine Lizenz notwendig ist.
Nun wäre zu erwarten, dass ein Unternehmen, das von mir aufgeklärt
wurde, die entsprechenden Lizenzen bestellt oder die Nutzung
einstellt. Viele Unternehmen lizenzieren daraufhin auch nach. Leider
ist auch im Business-Bereich die Einstellung zur Software-Nutzung
sehr flapsig, es wird bei einigen Unternehmen auch weiterhin
wissentlich unlizenzierte Software eingesetzt.
Die Hersteller selbst kennen die Kundensituation nicht so genau, wie
die Key Accounter der Systemhäuser (also ich). Ich als Systemhaus
sitze in der Zwickmühle: Den Kunden werde natürlich nicht beim
Hersteller verpetzen, sonst war es die längste Zeit meine Kunde.
Trotzdem muß ich mein Geld verdienen, besonders in diesen rauhen
Zeiten und der Hersteller erwartet von mir als Partner natürlich auch
die Info über Lizenzverstöße.
Um alle zu beruhigen: Ich petze nicht ! Und ich denke, jedes andere
seriöse Systemhaus tut dies auch nicht (obwohl mir Ausnahmen bekannt
sind…)
Daher ist der Hersteller im allgemeinen recht hilflos. Er weiß
letztendlich vom Lizenzmißbrauch, kann aber eigentlich nichts
ernsthaftes dagegen tun. Daher wird an viele Kunden ein “böser Brief”
versendet, der natürlich bei vielen korrekt lizenzierten Unternehmen
Mißstimmung hervorruft.
Bei Unternehmen, die die Lizenzierung bisher wissentlich oder
unwissentlich vernachlässigt haben, kann dies jedoch den nötigen
Anstoß zum Lizenzkauf bedeuten.
Es ist eine haarige Situation, aber ich kann verstehen, dass ein
Hersteller auch sein Geld haben möchte. Wenn jemand eine bessere
Möglichkeit weiss, wie die Hersteller an ihr rechtmäßiges Geld
kommen, dann gebt bescheid.