Re: Freie Software gegen Software-Patente - Konferenz zur Ökonomie freier Software
> > Kannst du mal ausführen, in welcher Weise freie Software ein Einfluß
> > auf Softwarepatente ausübt?
>
> Also ich könnte mir vorstellen das es bei Open Surce wesentlich
> einfacher ist eine Patentverletzung nachzuweisen.
Das ist richtig, der Patentinhaber hat es bei OpenSource leichter,
einen Verstoß nachzuweisen.
Wobei ich mir nicht vorstellen kann, daß jemand ohne näheren Verdacht
Quelltexte sichtet, ob da irgendwelche Verstöße drin sind. Ich denke,
daß es eher so läuft, daß sich aufgrund äußerer Umstände ein Verdacht
ergibt, dem dann nachgegangen wird. Bei OpenSource ist dann die
Überprüfung einfacher, ansonsten muß der Source einem Gutachter
gegenüber aufgedeckt werden müssen, was wohl meist eine
Gerichtsverhandlung und die damit verbundenen Kosten voraussetzt.
Liegt keine Patentverletzung vor, zahlt der Patentinhaber drauf.
Durch Opensource entfällt dieses Risko. Zusätzlich begünstigt freie
Software die Verwendung bestimmter Bibliotheken. Hier lassen sich die
Kosten für einen Patentinhaber weiter senken, kann doch automatisch
nach der Verwendung dieser Bibliothek gesucht werden, falls der
Patentverstoß in der Bibliothek stattfindet.
Insofern begünstigt freie Software Softwarepatente.
Sagen wir es mal umgekehrt, Hersteller und Anwender Freier Software
und genauso auch anderer OpenSource-Software sind von
Softwarepatenten noch mehr gefährdet, als Hersteller und Anwender von
Software, deren Quelltext nicht bekannt ist.
Ich denke, daß viele dem Irrglauben erliegen, daß ein Patent keine
Rolle spielt, wenn man kein Geld nimmt, das sorgt eher dafür, daß die
Software nicht mehr legal verbreitet und angewendet werden kann, weil
niemand in der Lage ist, Lizenzgebühren zu bezahlen.
Ich bin sehr dafür, daß Softwarepatente nicht in der aktuell
geplanten Form zugelassen werden, aber mit Freier Software kommt man
da keinen Schritt weiter, daß ist eher eine “Vogel Strauß”-Politik.
MfG Pit.